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Pile-Up auf den Faeroer-Inseln (OY) Seite 2

Wir holten die Schlüssel unseres Ferienhauses, bezahlten den Rest der fälligen Miete, ließen uns eine Wegbeschreibung geben und machten uns auf die Socken.

Hatten wir vorher alles nur im Prospekt gelesen oder gesehen, jetzt genossen wir es "live", jetzt waren wir dabei. Eine Stunde Autofahrt stand uns noch bevor. Überwältigend waren die Eindrücke, die auf uns einstürzten.

Wir staunten uns gegenseitig an, um langsam zu begreifen, welchen herrlichen Flecken Erde wir ausgesucht hatten. Vorbei ging es an gewaltigen Bergrücken, die sich bis in eine Höhe von 850 m erhoben, überzogen mit einem saftigen Grün. Kaskadenartige Wasserfälle ergossen sich aus den gewaltigen Höhenzügen, stürzten zu Tal und verloren sich in weiten Fjorden und dies gleich hundertfach. Malerisch verstreut lagen einzelne Häuser oder kleine Ansiedlungen an den Hängen.

Die bunten Dächer wie Farbkleckse strahlten einen besonderen Reiz aus und wir sahen kaum Menschen, dafür aber um so mehr Schafe, die sich frei auf der Insel bewegten, ganz so, als seien die Inseln nur für sie geschaffen.

Dann erreichten wir in einem winzigen Ort namens Lamby auf der Insel Esteroy das gemietete Haus, das uns für die nächsten 10 Tage als Domizil diente. Wie in dieser Gegend so üblich, war lediglich das Fundament sowie der Keller gemauert, alle anderen Stockwerke bestanden aus Holz einschl. der Zwischendecken und -wände, so daß das Haus insgesamt recht hellhörig war. Das Wellblechdach knackte bei Wärmeeinstrahlung recht laut; bei Regen konnte man die einzelnen Tropfen sehr gut hören. Die Ausstattung war passabel und auch mit der Stromversorgung gab es keine Probleme. Allerdings hatten wir mit den Betten so unsere Schwierigkeiten. Sie waren wohl selbst zusammengezimmert, viel zu schmal und einige Bretter brachen zusammen, wenn man sich darauf kniete, um ans Fenster zu gelangen.

Als erstes wurden natürlich die mitgebrachten Antennen aufgebaut und somit das Haus "aufgewertet". Platzprobleme gab es zum Glück nicht. Jörg konnte es gar nicht mehr abwarten und begann als erstes mit der Montage des Beams.

Aufgrund der guten Vorplanung klappte diese Aktion fast reibungslos. Da es auf den Faeroer-Inseln fast keine Bäume gibt, hatten wir genügend Antennenmasten mitgenommen. Wir verwendeten einen 3-Element-Beam für 10, 15 und 20 m, eine Groundplane für 160, 80 und 40 m (umgerüstet auf 5/8 Lambda für die WARC-Bänder) mit einer Deutschlandfahne an der Spitze, eine Groundplane für 10, 15 und 20 m, eine Z-Antenne (Notbehelf für den Fall, daß eine der anderen Antennen ausfallen sollte), eine 17-Element-Antenne für 2 m sowie einen Rundstrahler (Inselkommunikation) für 2 m. Insgesamt wurden weit mehr als 200 m Koaxkabel verlegt.

Als Geräte standen zwei TS 850, ein TS 870, zwei PA für KW, ein TS 711 einschl. Commander-II-PA für UKW zur Verfügung. Ein Multimode Data Controller sowie 2 Laptops fehlten ebenfalls nicht.

Diverse Meßgeräte, Verbindungskabel, Abspannmaterialien sowie jede Menge Werkzeug einschl. Bohrmaschine vervollständigten die technische Ausstattung.

Die räumliche Aufteilung wurde so vorgenommen, daß im Erdgeschoß der TS 870 einschl. einer PA (angeschlossen am Beam bzw. der Z-Antenne) sowie die 2-m-Stationen aufgebaut wurden. Die übrigen KW-Geräte wurden im Obergeschoß aufgebaut.

Kaum waren die Antennen aufgebaut, wurde auch schon der Funkbetrieb aufgenommen. Wir entschieden uns dafür, UKW an einem geeigneteren (Portabel-)Standort aufzubauen. Da wir die DX-Pedition sowohl in der CQ-DL und anderen Fachzeitschriften sowie im Internet angekündigt hatten, konnten wir uns vor Anrufen kaum retten. OY ist wohl weltweit sehr gefragt. Wir bekamen sofort Verbindung nach Hause und konnten von der Anreise und den Bedingungen den Freunden und OV-Mitgliedern berichten. Da die D1- und D2-Netze wegen Inkompatibilität dort nicht funktionierten, nutzten wir die ausnahmsweise die Gelegenheit, um auch unsere Angehörigen verständigen zu lassen. Lange Funkgespräche kamen aber kaum zustande, da das Pile-Up so stark war, daß wir den Wünschen nach Funkkontakten kaum nachkommen konnten.

Mehrfach waren wir gleichzeitig mit 3 KW-Geräten und 2 PA’s QRV. Trotzdem gelang es uns nicht, den Andrang zu bewältigen, obwohl alle Operator über ein gewisses Maß an Kontesterfahrung und so manches Pile-Up im Vorjahr auf Jersey bewältigt hatten.

Man stelle sich vor, man sucht eine freie Frequenz, ruft "CQ", läßt die Taste los, und wird durch ein QRM von S 9 + 30 dB "erschlagen". Der erste Gedanke ist, "da habe ich wohl nicht richtig in die Frequenz gehört". Nach einer halben Minute versteht man die ersten Buchstaben und Zahlen, nach weiteren 30 Sekunden beginnt es zu dämmern, daß das kein QRM ist, da versuchen hunderte von Stationen gleichzeitig, einen zu erreichen. Panik macht sich breit. Obwohl innerlich auf ein Pile-Up eingestellt, kommt der Gedanke: "etwas weniger wäre mehr, wie soll denn das bewältigt werden". Aber dann kommt der Gedanke: "Jetzt erst recht". Alle, die da in diesem Gebrodel mitmischen, haben irgendwie auf dich gewartet, haben seit Tagen die Frequenzen beobachtet, benötigen dich, um irgend etwas in unserem doch so tollen Hobby zu erlangen oder wollen dir nur einfach einmal einen "Guten Tag" wünschen, ihre Grüße loswerden und Verbundenheit mit dir demonstrieren. Trotz macht sich in dir breit, du willst zeigen, daß die ganze Funkergemeinschaft nicht vergebens auf dich gewartet hat. Also versuchst du, so viele wie möglich zufriedenzustellen. Nach 2 Stunden bist du völlig geschafft, die QSO-Zahl ist aufgrund der riesigen Anruferzahl noch gering, also muß ein frischer Operator her, damit es irgendwie weitergeht. Es ging weiter und bald hatten wir 1500 QSO’s im Log.

 

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